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Weniger Müll spart viel Geld

Firmen nehmen erfolgreich an Projekt teil



pau Lüneburg Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Dieser Volksmund bringt aus Sicht des Adendorfers Uwe Maack, Geschäftsführer der Maack Holzbau GmbH, ein Alltagsproblem auf den Punkt. "Späne und Abfallstücke von imprägnierten Hölzern sind Sondermüll", sagt Maack: "Die Entsorgung ist entsprechend teuer".

Maack suchte schon lange nach Wegen der effizienten Abfallvermeidung. Jetzt hat er sie gefunden, nachdem er mit seinem Betrieb am Projekt "Abfallfreie Betriebe" der Fachhochschule Nordostniedersachsen, Fachbereich Bauingenieurwesen, und der Handwerkskammer Lüneburg-Stade teilgenommen hat. "In ein bis zwei Jahren können wir unsere Entsorgungskosten um 50 Prozent reduzieren", bilanziert Maack die Ergebnisse des Projekts.

Insgesamt zwölf Lüneburger Firmen beteiligten sich an der Studie, die von der Innovationsberaterin der Handwerkskammer, Dipl.-Ing. Colette Bomnüter, und Prof. Dr. Braungart von der FH aus Suderburg, im Februar 1998 initiiert und jetzt abgeschlossen worden ist. Colette Bomnüter sagt: "Ziel des Projektes war die Schaffung von Stoff-Kreisläufen. Restabfälle wollten wir auf ein Minimum reduzieren. Die Unternehmen sollten trotzdem keine Zusatzkosten verbuchen, sondern vielmehr von Einsparungen profitieren.

" Kosten für Entsorgung halbiert "

Friseurmeisterin Christa Schnicker vom House of Beauty berichtet: "Abends nach Geschäftsschluss sezierten die Studenten meinen Restmüll, unter-suchten ihn akribisch auf Wiederverwertbarkeit. Ich achte nun schon seit vielen Jahren auf strikte Mülltrennung und stoffgerechte Entsorgung. Die Maßnahmen der Studenten haben die jährlichen Entsorgungskosten aber nochmals um die Hälfte reduziert, das sind immerhin 600 Mark."

Der Bardowicker Autohändler Olaf Dietz spart 2000 Mark im Jahr durch das intelligente Müllkonzept. Stand früher noch ein großer Container auf dem Hof, genügt heute die gewöhnliche Restmülltonne für den mittelständischen Werkstattbetrieb. "Und selbst die wird in einer Woche kaum voll", sagt Dietz: "Die meisten Stoffe können wir tatsächlich in Kreisläufe zurückführen."


Gerd Fischbuch, Leiter des Teilelagers beim Autohaus Anker, sagt: "Wir haben seit der Umsetzung der Vorschläge des Projektteams nur noch eine Problemstoffgruppe: alte Gummiteile."

Nicht nur die Betriebe sind überzeugt von den Konzepten. Christian Brenner-Herrenbrück, studentischer Leiter des Projektes und frisch gebackener Diplom-Ingenieur, hat sich mit der Idee gleich selbstständig gemacht.

Bei seiner Suderburger Firma "incycle" dreht sich alles um die Stoff-Kreisläufe. Christian Brenner-Herrenbrück sagt: "Das Müllproblem ist keines, wenn Müll nicht entsteht. Müllvermeidung durch recycle-fähige Vorprodukte ist dabei der erste Schritt auf dem Weg zum geschlossenen Stoff-Kreislauf. So schützen Betriebe die Umwelt und sparen bares Geld."

Quelle: Landeszeitung Lüneburg, 14./15.August 1999

 
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