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Christa Schnicker führt einen fast abfallfreien Betrieb. |
Die Friseurmeisterin mit einem Tortenmülleimer. Rechts: Christian Brenner Herrenbrück, Koordinator des Projektes "Abfallfreie Betriebe"

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Mülltrennung ist für Friseurmeisterin Christa Schnicker schon zur Routine geworden. So selbstverständlich, wie man morgens die Zähne putzt, werden in ihrem "House of Beauty" sämtliche Abfälle sortiert. Umweltbewußt war die Obermeisterin der Lüneburger Friseurinnung schon immer. Bereits seit 1972 verwendet Christa Schnicker in ihrem Betrieb ausschließlich biologische Produkte. Und die werden nur in Großgebinden gekauft, nie als Portionsware. So kam ihr das Projekt "Abfallfreie Betriebe" sehr gelegen, das die Handwerkskammer gemeinsam mit der Fachhochschule Nordostniedersachsen, unter der Projektleitung von Professor Dr. Michael Braungart, der Lüneburger Niederlassung des Entsorgungsunternehmens Rethmann und dem Hamburger Umweltinstitut durchgeführt hat. "Insgesamt nahmen zwölf Betriebe aus dem Raum Lüneburg daran teil und das Ergebnis war durchweg positiv", sagt Colette Bomnüter, Innovationsberaterin der Kammer, "in den Betrieben fällt heute kaum noch Restmüll an."
"lch wollte wissen, wo wir noch sinnvoller trennen können, welche Produkte in die Kreisläufe zurückgeführt werden dürfen und welche ich ersetzen muß", begründet Christa Schnicker ihre spontane Zusage. So sammelte Projektkoordinator Christian Brenner-Herrenbrück gemeinsam mit einer Studentin aus dem Fachbereich Umwelttechnik der FH zwei Wochen lang im Keller des Schönheitssalons den gesamten Abfall, um ihn anschließend auszuwerten. |
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Anliegen des Projektes war es, alle betriebsspezifischen Abfälle in biologische oder technische Stoffkreisläufe zurückzuführen. Die Studenten mußten daher unter anderem bei den Herstellerfirmen recherchieren, ob zum Beispiel Zellstoffe oder Reste von Färbemitteln über die Biotonne entsorgt werden dürfen - was im Betrieb von Christa Schnicker der Fall war - und welche Produkte man gegebenenfalls durch recycelbare ersetzen muß. Der Teufel steckte im Detail: Jahrelang benutzte das "House of Beauty" herkömmliche Wattestäbchen, die dann in der grauen Tonne landeten. Die Friseurmeisterin suchte lange nach einer Alternative: In einer Drogerie fand sie schließlich Wattestäbchen mit Pappröhrchen, die recycelfähig sind.
Das Engagement zahlt sich aus: Weil jetzt genau sortiert wird, konnte das Restmüllvolumen um 97 Prozent gesenkt werden. Dadurch spart Christa Schnicker 70 Prozent ihrer früheren Entsorgungskosten ein. Wenn es um das Thema "Mülltrennung" geht, ist die Chefin sehr genau: Während der Projektphase wurden viele Mitarbeitergespräche geführt. Auch heute noch kommt das Thema Abfallvermeidung regelmäßig zur Sprache.
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"Ein Restproblem in allen Betrieben sind die Zigarettenkippen", sagt Christian Brenner-Herrenbrück. Der Diplom-Ingenieur beschäftigt sich auch nach seiner Studienzeit mit dem Thema "Abfallfreie Betriebe". Gemeinsam mit Diplom-lngenieurin Susanne Winkelmann-Lehwald hat er eine Gesellschaft für angewandte Umwelttechnik gegründet und berät Betriebe bei allen Fragen rund um das Thema Müllvermeidung. Sein Fazit: "Stoffkreisläufe zahlen sich immer aus, denn alles was in der Restmülltonne landet, kostet Geld."
Quelle: Norddeutsches Handwerk, 19. August 1999 |
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