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Umweltmarkt

Quelle: Umweltmarkt von A-Z ein Sonderband von UmweltMagazin, Dezember 1999, 28. Jahrgang

Ökologische Unternehmensberatung

Restmüllfreier Betrieb: kein Wunschtraum mehr Zunehmender Ressourcenabbau und steigende Abfallkosten zeigen uns nicht erst seit gestern die Grenzen des konventionellen Wirtschaftens auf und verweisen auf die Bedeutsamkeit einer nachhaltigen Lösung sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht. Daß sich diese Aspekte nicht gegenseitig ausschließen müssen, hat das Projekt "Abfallfreie Betriebe" des Hamburger Umweltinstituts gezeigt. Die Studie weist Lösungs-möglichkeiten auf, wie durch Schließung von Stoffkreisläufen Rohstoffe geschont und Entsorgungskosten gesenkt werden können.

Um ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt in die Tat umzusetzen, haben Dipl.-Ing. Christian Brenner-Herrenbrück und Dipl.-lng. Susanne Winkelmann-Lehwald das Unter-nehmen Incycle-Gesellschaft für ange-wandte Umwelttechnik GbR gegrün-det. Das Ingenieurbüro hat seinen Sitz im Competence Centrum Suderburg, einem An-Institut der Fachhochschule Nordost-Nieder-sachsen. Die Geschäftsführer, die in der Koordination und Durchführung des Projektes tätig waren, entwickelten auf Grundlage des umfangreichen Datenmaterials ein eigenes Dienst-leistungsangebot, das Gewerbetreibenden und Adminis-trationen erhebliche Kostener-sparnisse in Aussicht stellt.

Im Rahmen der von Incycle entwickelten betriebsspezifischen Konzepte wird nicht nur die Output-Seite analysiert, sondern es wird auch der Materialeingang unter dem Gesichtspunkt der Kreislauffähigkeit betrachtet. Mittels Rückkopplung bei den Herstellern werden die eingehenden Materialeigenschaften überprüft. Hierdurch können zukunftsweisende Impulse an den Produzenten weitergegeben werden. Der Einsatz intelligenter Produkte senkt nicht nur das Abfallaufkommen und die Entsorgungskosten, sondern fördert auch die Produktverantwortung im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.

Ein weiterer wesentlicher konzep-tioneller Aspekt ist die Optimierung der internen Logistik, wie zum Beispiel des Abfalltrennsystems und der Sammelorganisation durch die MitarbeiterInnen. Nach einer Umfrage durch das Duale System Deutschland (1999) befürworten über 74 Prozent der Bevölkerung Deutschlands die getrennte Erfassung von Abfällen. Leider wird dies jedoch im privaten Bereich stärker umgesetzt als am Arbeitsplatz. In die Konzepte von Incycle fließen daher Motivations-strategien ein, die bedürfnisgerecht auf die entsprechende Betriebs-organisation ausgelegt sind.

Motivation zur Abfalltrennung

Die Kostensenkung, die das Konzept durch die Nutzung vorhandener und neuer Verwertungsmöglichkeiten impliziert, unterstützt zusätzlich die Motivation zur Abfalltrennung. Kann das maximale Ziel, nämlich der "restmüllfreie Betrieb" realisiert werden, sind Einsparungen bis zu 80 Prozent der bisherigen Entsorgungskosten möglich. Dieses Ziel zu erreichen, ist jedoch nicht nur unter dem Aspekt der Kostenreduzierung interessant, Incycle bietet den Betrieben zusätzlich eine Auszeichnung als "restmüllfreier Betrieb" und damit die Möglichkeit, sich dem Kunden als umweltbewußtes Unternehmen zu präsentieren und den damit verknüpften Marketingvorteil werbewirksam zu nutzen.

Restmüllfrei ohne Risiko

Bei der Finanzierung ihrer Dienstleistung setzt Incycle auf innovative Modelle, wie beispielsweise das Contracting. Die Einführung eines neuen Stoffstrom-Managements ist für interessierte Betriebe daher ohne nennenswerten finanziellen Aufwand machbar. Außerdem kann der Betrieb eine Förderung nutzen, die die Dienstleistung von Incycle als eingetragenes Ingenieurbüro mit 50 Prozent bezuschußt. Da sich erfahrungsgemäß bei der Umsetzung neuer Konzepte im Betrieb individuelle Fragestellungen ergeben, beschränkt sich Incycle nicht nur auf die Konzeptentwicklung, sondern begleitet auch die Erprobung und Umsetzung und gewährleistet den Betrieben den benötigten Beratungs- und Informationsservice wie sich ein Betrieb weitgehend abfallfrei organisieren und führen läßt, dieses Wissen vermittelt die Incycle-Gesellschaft für angewandte Umwelt-technik in Form von Mitarbeiter-schulungen und speziellen, auf den Betrieb zugeschnittenen Konzept-handbüchern.

Synergieeffekte nutzen

Als Grundlage für einen effizienten Ideen- und Gedankenaustausch arbeitet das Beratungsunternehmen am Aufbau eines Synergienetzes im Bereich des nachhaltigen Produkt-designs und innovativer Verfahrens- und Energietechnologien. Durch dieses Netzwerk, an dem Umwelt-institute, Hersteller intelligenter Produkte und Logistiksysteme sowie umweltbewußte Verwertungs- und Entsorgungsbetriebe beteiligt werden sollen, soll ein intensiver und schneller Informationsfluß für Kunden und Öffentlichkeit ermöglicht werden. Speziell in der Entwicklung ökologisch sinnvoller Produkte ist die Zusammenarbeit mit Forschungs-instituten und die Rückkopplung mit den Herstellern dringend erforderlich, damit die Kriterien Wirtschaftlichkeit, Qualität und Ökologie im vollen Umfang Berücksichtigung finden.

Quelle: UMWELTMARKT von A-Z 2000

 
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