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Allein durch Stoffstrom-Management senkt die Wasa GmbH in Celle ihre jährliches Abfallmenge um fast 87 Prozent. Sie reduzierte damit ihre Entsorgungskosten um 67 Prozent.
Im Rahmen der Unternehmens-politik baut der Knäckebrotspezialist Wasa GmbH an seinem deutschen Standort in Celle ein nach DIN EN ISO 14000 ff. zertifiziertes Umweltmanagement-system auf. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Incycle - Gesellschaft für Umwelttechnik und Management-systeme GbR, Lüneburg, ein Stoffstrom-Management-Konzept entwickelt und umgesetzt.
"Stoffstrom-Management dient dazu, ökologische und ökonomische Ziele der umweltgerechten Unter-nehmensführung kurzfristig und dauerhaft zu erreichen", erklärt Incycle-Geschäftsführer Christian Brenner-Herrenbrück.
Vorrangiges Ziel des Wasa-Projektes war nach Aussagen der Projektpartner, die "hausmüll-ähnlichen Gewerbeabfälle", die einen wesent-lichen Anteil der Entsorgungskosten ausmachen, zu analysieren und zu reduzieren.
Während ein Großteil der Produktionsabfälle des Lebens-mittelherstellers schon in die Weiterverwendung oder Verwertung gelangen, wurden im Jahr 1997 noch zirka 130 t als so genannter Restmüll vergleichsweise teuer entsorgt. Diesen Restmüll galt es durch die Konzeption möglichst vollständig zu vermeiden.
"Oft führen schon geringe Än-derungen in der internen Logistik zu einer wesentlichen Senkung der Entsorgungskosten", schätzt Brenner-Herrenbrück.
Die Projektpartner vereinbarten zu-nächst die im Unternehmen zu betrachtenden Stoffströme. Nach der Prüfung des schon vorhandenen Datenmaterials, analysierte Incycle in Stichproben Art und Menge der Abfälle vor Ort. |
Integriert wurden damit nicht nur allgemeine Kennzahlen, sondern auch betriebsspezifische Daten. Insgesamt wurden 24 qm Restmüll mit 3,1 t Gesamtgewicht untersucht.
Die Ergebnisse der Abfallanalyse wurden im Anschluss mit den vorliegenden Daten verglichen und auf Plausibilität geprüft. Sie lieferten Hinweise auf mögliche Ursachen für die große Abfallmenge und die damit verbundenen Kosten. Zu den bis dahin erhobenen Daten wurden ergänzend die innerhalb des Standortes genutzten Sammel-systeme für Abfälle aufgenommen.
Parallel prüfte das Beratungsunter-nehmen die Möglichkeit, verschiedener Materialien durch recyclingfähige Alternativprodukte zu ersetzen. Auf der Basis dieser Daten konnte das Stoffstrom-Management-Konzept erstellt werden, das eine genaue Beschreibung der zukünftigen Stoffströme, der Wege eines jeden Stoffes im Unternehmen, enthält.
Die Umsetzung des Konzeptes untertützte Wasa auch durch Personalschulungen. Zugleich integrierte das Unternehmen die Managementziele in die Material-beschaffung. Incycle lieferte die Rahmendaten und ermittelte beispielsweise aus einer Vielzahl von Sammel- und Kenn-zeichnungssystemen geeignete Lösungen oder zeigte mögliche Verwertungswege für separat erfasste Stoffe auf.
Quelle: Lebensmittelzeitung vom 13. 07.2001 (LZ28 Seite 42) |